Gold und seine Legierungen

999 reines Gold wird ausschließlich durch ein Gemisch aus Salz- und Salpetersäure, dem sog. Königswasser, zersetzt. Es ist zwar beständig aber auch sehr weich und daher in Reinform nicht zum Tragen geeignet. Durch die Verschmelzung mit anderen Metallen (Legieren) erreicht es die erforderliche Härte für die Schmuckfertigung. Durch Legieren kann man auch die verschiedenen Goldfarben bestimmen und mit dem geringeren Goldgehalt wird jedes Schmuckstück dadurch günstiger. Der Goldgehalt wird in Europa immer mit einem Zahlenwert angegeben. 750 hat beispielsweise 750 Gramm Feingold von 1000 Teilen also 250 Gramm Legiermetall. Die veraltete Angabe in Karat ist bei uns nicht mehr zulässig wird aber in Übersee generell verwendet.

 

Feingehaltbez. in Europa:
 

990/- (23,7 Karat)   

Goldgelb, mit Titan legiert, Verarb. eigenschaften wie 750/-

917/- (22 Karat)

nur gelbgoldfarbig und hauptsächlich als Münzgold

750/- (18 Karat)

Gelb-, Weiß- oder Rotgold hochwertige und wichtigste Schmucklegierung

585/- (14 Karat)

Gelb-, Weiß- oder Rotgold vielverwendetete Schmucklegierung

375/- (9 Karat)

Gelb-, Weiß- oder Rotgold mit niedrigem Goldgehalt

333/- (8 Karat)

Gelb-, Weiß- oder Rotgold – niedrigster Goldgehalt

 

Legierungszusatz: Silber und Kupfer. Bei 333/- und 375/- kommen zusätzlich noch Zinn und Zink vereinzelt auch Cadmium dazu.

Palladium, Cobalt und Mangan werden für hochwertige Weißgoldlegierungen verwendet, denn ein Nickelzusatz (allergische Reaktionen) ist in der EU bei Schmuck nicht mehr üblich. Weißgold unter 585/- enthält oft mehr als die Hälfte Silber!

Seit geraumer Zeit gibt es vereinzelt auch schokoladenfarbenes, schwarzes und grünes Gold. Neben den o.g. Feingehalten gibt es noch weitere Legierungen, die aber in der Schmuckfertigung nicht gebräuchlich sind.

 

Trageeigenschaften

750er Gold ist beständig und läuft i.d.R. nicht an.

585er kann geringfügig durch sauren Körperschweiß, Klebstoff, Leder oder Kosmetika anlaufen, das Metall selbst wird aber i.d.R. nicht angegriffen.

333/- und 375/- laufen schon in der normalen Umgebungsluft an und sehen vom Aussehen her eher wie Messing aus. Säuren und Laugen greifen diese stark an und durch deren Zinkzusatz kommt es oft schon bald zu Spannungsrissen, die irreparabel sind.

 

Wir raten daher generell von den goldarmen Legierungen 333/- und 375/- ab – stattdessen erreicht man mit vergoldetem Silberschmuck eine bessere Haltbarkeit, die Vergoldung kann im Bedarfsfall erneuert werden und es ist eindeutig die günstigere Wahl. Wenn es schon Gold sein soll, dann ist 585/- allemal die bessere Wahl!